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JungesTheaterSiegen bewirbt sich für den „Zukunftspreis Siegen-Wittgenstein 2015“

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2017-08-24T10:09:38+00:00 Montag, 14. September, 2015|Junge Akteure, Junges Theater Siegen, Theatermacher, Unterstützer|

Stolpersteine – beeindruckende szenische Führung im Aktiven Museum Siegen

 

Siegen, 16.12.14: „Vielen Dank, das in intensive Spiel hat mich sehr be­rührt!“ Mit diesen und ähn­lichen Worten verabschiedeten sich viele Zuschauer, die an der szenischen Führung mit dem Ti­tel „Stolpersteine“ in den Räu­men des Aktiven Museums an­lässlich des 70. Jahrestag der Bombardierung Siegens teilge­nommen hatten.

Die Jugendtheatergruppe des Vereins Junges Theater Siegen stellte im Rahmen von „Geh­denken“ kürzlich in einem halb­stündigen Durchgang Schlüssel­szenen aus mehreren Biografien von jungen Siegenern vor, die während der Zeit des National-

Sozialismus in Siegen lebten. Die Jugendlichen interessierte die Frage,  wie das Alltagsleben Jugendlicher in dieser Zeit aus» sah. Das Material zu diesen Sze­nen hatten die jungen Akteure durch Befragung von Zeitzeugen und durch die Erzählungen von Traute Fries und Klaus Dieter­mann vom Aktiven Museum Siegen erhalten. Daraus wurden dann acht Stationen, die in drei Räumen des Museums abwech­selnd aufgeführt und durch ei­nen Museumsführer verbunden und erläutert wurden.

Bei der Arbeit an den Ge­schichten rückten besonders die Schicksale zweier jüdischer Sie­gener Frauen in den Mittel­punkt Inge Frank, die erst aus dem Lyzeum ausgeschlossen und am Ende deportiert und ermor­det wurde, sowie Betty Hoch­mann, die mit 15 Jahren noch rechtzeitig dem Völkermord al­leine nach Palastina entkom­men konnte und die bis heute in Israel lebt.

Die Zuschauer erlebten die beklemmende Atmosphäre im Bunker während des Luftangrif­fes genauso mit wie die tragische Verlobungsfeier von Inge Frank mit Heinz Lennhoff, einen Tag -vor ihrer Deportation. Unter­stützt würde das intensive und konzentrierte Spiel der Darstel­ler durch die Atmosphäre der Räume des ehemaligen Hoch­bunkers, in dem sich das Mu­seum befindet und durch die räumliche Nähe der Zuschauer zum Geschehen. Originalfotos der damaligen Schauplätze aus den Beständen des Museums er­gänzten das authentische Am­biente.

Die Theatergruppe drückte am Ende der Aufführung ihre Hoffnung aus, dass ihr Auftritt eine Art Stolperstein sei, damit die Schicksale der Opfer nicht vergessen würden. Sie beabsich­tigt nun, bestärkt durch die posi­tive Resonanz, ein Theaterstück über das Leben von Jugendli­chen im Siegen des Nationalso­zialismus rund um die Biografien von Betty Hochmann und Inge Frank zu entwickeln.

Von Kindheit und Jugend im Siegen dieser Zeit müsse mehr zu erzählen sein als „noch eine Opfergeschichte“.

Dieses Stück will die Theatergruppe dann an Schulen und Jugendeinrichtungen aufführen.

Das Programm der Aufführung finden Sie HIER

Quelle:

SWA, Sonntag, 28.12.2014  http://www.e-pages.dk/swasiegenmitte/133/4/?query=Stolpersteine

Fotos: Jungestheatersiegen

2017-08-24T10:09:38+00:00 Sonntag, 25. Januar, 2015|Events JTS, Junge Akteure, Junges Theater Siegen, Unterstützer|